Traktor‑Terminologie
Checkliste
1. Dezember 2021
Der Kauf eines Traktors kann Erstkäufer mit all den Fachbegriffen und technischen Ausdrücken schnell überfordern. Für Ungeübte klingen Begriffe wie Dreipunkt-Hydraulik oder Zapfwelle anfangs wie Fremdsprache. Bevor Sie Ihr erstes Traktorenhändler besuchen, bringen Sie sich auf den neuesten Stand und entschlüsseln Sie mit dieser einfachen Begriffsübersicht einige der komplizierteren Fachausdrücke rund um Traktoren.
  • Anbaugeräte
    Ein Traktor wird mit montierten Anbaugeräten praktischer. Diese Anbaugeräte können zusätzliche oder ergänzende Vorrichtungen sein, wie ein Frontlader oder ein Baggerlader.

  • Hubraum

    Verbrennungsmotoren bewegen Luft durch Zylinder, damit sie arbeiten. Der Hubraum bezeichnet das Volumen der von allen Zylindern verdrängten Luft, um mehr Kraftstoff zu verbrennen und mehr Leistung zu erzeugen. Ein größerer Hubraum bedeutet jedoch nicht automatisch höhere Motorleistung. Änderungen wie Aufladung und Turboladung können die Gesamtleistung eines Motors verbessern.

  • Motortypen

    1. Turbolader: Ein Turbolader ist im Grunde eine kleine Turbine, die mehr Luft in den Brennraum drückt und den Motor auflädt. Diese Bauart bietet bessere Kraftstoffeffizienz und zusätzliche Leistung für Traktormotoren.

    2. Sauger: Ein Saugmotor verwendet kein spezielles Gerät, um zusätzliche Leistung zu erzwingen. Stattdessen saugt er Luft aus der Umgebung an und fördert sie über ein Ansaugrohr in den Brennraum.

  • Motorsteuergeräte (ECU)

    Das Motorsteuergerät ist für die Steuerung aller Motoranforderungen verantwortlich, einschließlich Gaspedalstellung, Kraftstoffeinspritzung und Zündung.

  • Festmontagen

    Einige Anbaugeräte werden speziell für ein Traktormodell gefertigt. Festmontagen können beispielsweise Frontlader, Mähwerke oder Heckbagger umfassen, die nur mit Traktoren desselben Herstellers und nur für bestimmte Modelle kompatibel sind.

  • Kraftstoffeinspritzungssystem

    1. Common-Rail-Direkteinspritzung (CRDI): Ein Einspritzsystem beschreibt, wie Kraftstoff in den Motor eingebracht wird. Moderne Motoren verwenden Common-Rail-Direkteinspritzung (CRDI), die eine präzisere Kraftstoffsteuerung entsprechend Last und Drehzahl ermöglicht. Ein CRDI benötigt jedoch ein Motorsteuergerät (ECM), um Sensoren und elektronische Einspritzdüsen zu verwalten. Fällt eines dieser Systeme aus, kann der Motor absterben oder komplett ausfallen.

    2. Mechanischer Dieselmotor: Im Gegensatz zum CRDI benötigt ein mechanischer Dieselmotor kein elektronisches System zum Betrieb. Stattdessen hat er eine Hochdruck-Kraftstoffförderpumpe, die den Kraftstoff komprimiert und in jeden Zylinder fördert. Zur Abgasnachbehandlung ist häufig ein Dieselpartikelfilter (DPF) installiert, der jedoch als eigenständige Komponente getrennt vom mechanischen Motor arbeitet.

  • Hydrauliksystem

    1. Arbeitsstrom: Der Arbeitsstrom gibt an, wie viele Gallonen pro Minute zu den Arbeitsgeräten geleitet werden können, damit diese wie vorgesehen funktionieren.

    2. Hubkraft der Anhängevorrichtung: Die Hubkraft der Anhängevorrichtung ist das maximale Gewicht, das ein Traktor am Ende seines unteren Arms heben kann.

    3. Hubkraft bei 24 Zoll: Die Hubkraft in 24 Zoll Abstand hinter dem Ende der Hubarme unterscheidet sich von der Hubkraft am Ende des unteren Arms. Es gibt etwa einen Unterschied von 50 % in der Hebekapazität zwischen dem Ende des unteren Arms und 24"" dahinter. Je weiter die Last vom Traktor entfernt ist, desto geringer ist die Hebekapazität.

    4. Hubregelungsart: Es gibt zwei Arten der Hubregelung bei Traktoren: Zugkraftregelung (draft) und Positionsregelung. Die meisten Kompakttraktoren haben eine Positionsregelung, bei der der Bediener die Anhöhe manuell einstellt und mit dem Steuerhebel anpasst. Eine Zugkraftregelung passt die Anhöhe automatisch an, wenn sich die Last ändert.

  • PS

    Ein Pferdestärkenwert ist ein Maß für die Motorstärke. Bei Zapfwellen- oder Zugleistungsangaben kann er auch die Leistung bezeichnen, die ein Traktor zum Betreiben oder Ziehen von Anbaugeräten bereitstellen kann.

  • Hydrostatisches Getriebe

    Ein hydrostatisches Getriebe hilft Traktoren, mechanische Energie in Leistung und zurück in mechanische Energie umzuwandeln. Das ermöglicht dem Traktor, die Variation von Vorwärts- und Rückwärtsgeschwindigkeiten zu verändern.

  • Arbeitsgeräte

    Nicht zu verwechseln mit Anbaugeräten: Arbeitsgeräte sind am Traktor montierte Vorrichtungen mit bestimmten Einsatzzwecken. Das kann ein Pflug, eine Kreiselegge, eine Scheibe oder jede andere aufgabenspezifische Maschine sein.

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  • Zapfwelle (PTO)

    Eine Zapfwelle ermöglicht es dem Traktor, Energie an Anbaugeräte zu übertragen, die keinen eigenen Antrieb oder Motor besitzen. Die Zapfwellenleistung hingegen ist das Maß für die Energie, die der Motor Ihres Traktors in die Anbaugeräte einspeisen kann.

  • Antriebsstrang-Steuergerät (PCM)

    Ein Antriebsstrang-Steuergerät vereint Motorsteuergerät (ECU) und Getriebesteuergerät (TCU) und ist so programmiert, dass es Motor und Getriebe in einer Steuereinheit verwaltet. Das PCM enthält außerdem Traktionskontrolle und Antiblockiersysteme, die ein Blockieren der Traktorbremsen verhindern und sicherstellen, dass die Räder Kontakt zum Boden behalten.

  • Zapfwellenart

    Es gibt zwei Arten von Zapfwellen: eine als Nebenabtrieb (live) und eine unabhängige Zapfwelle. Eine als Nebenabtrieb ausgeführte Zapfwelle ist an den Traktor gebunden: Bewegt sich der Traktor, läuft die Zapfwelle; stoppt der Traktor, bleibt auch die Zapfwelle stehen. Eine unabhängige Zapfwelle kann sich hingegen weiterdrehen, selbst wenn der Fahrer den Traktor anhält.

  • Nenndrehzahl des Motors

    Die Nenndrehzahl des Motors ist die Angabe der Motordrehzahl bei Nennleistung. Die Drehzahlbegrenzer sind üblicherweise so eingestellt, dass die Drehzahl die Nenndrehzahl nicht überschreitet. Viele Motoren vertragen deutlich höhere Drehzahlen; langfristig ist jedoch ein Betrieb unterhalb der Nenndrehzahl für Pflege und Lebensdauer vorteilhafter.

  • Überrollschutz (ROPS)

    Ein Überrollschutz (ROPS) ist im Fahrerhaus eines Traktors eingebaut und schafft einen Schutzraum um den Bediener, falls der Traktor umkippt. Moderne Traktoren müssen aus Sicherheitsgründen über eine Stahlbügelkonstruktion oder eine Kabine verfügen.

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  • Selektive katalytische Reduktion (SCR)

    Selektive katalytische Reduktion (SCR) beschreibt den Prozess, bei dem das Diesel-Abgasfluid Stickoxide im Abgas eines Dieselmotors zersetzt, um Emissionen zu reduzieren.


  • Getriebetyp

    Für Traktoren gibt es verschiedene Getriebearten. Je nach geplanten Einsatz hat jede Option ihre eigenen Vorteile, die es zu beachten gilt.

    1. Hydrostatisches Getriebe (HST): HST lässt sich einfach bedienen – mit einem vereinfachten Hebel von hoch nach niedrig zum Schalten und ohne zu betätigende Kupplung. Es bietet eine stufenlos verstellbare Fahrgeschwindigkeit, die sich mit einem einzigen Bedienhebel von 0 bis zur maximalen Geschwindigkeit regulieren lässt. Zudem überträgt es das Drehmoment gleichmäßig und effizient, weshalb es sich besonders für Arbeiten mit Frontladern eignet.

    2. Mechanisches Schaltgetriebe: Mechanische Getriebe liefern im Verhältnis zur Motorleistung eine höhere Zapfwellenleistung, wodurch sie sich gut für schwere Zug‑ und Transportaufgaben eignen. Sie sind auch für Anwendungen mit konstanter Geschwindigkeit, etwa beim Pflügen oder Eggen, geeignet.

    3. Intelligentes Getriebe: Moderne Schaltgetriebe ermöglichen das Wechseln von Gängen und Fahrtrichtung ohne Kupplung. Stattdessen kann der Bediener den Gangwechsel über eine einzelne Taste am Schalthebel und das Vor‑/Rückwärts über einen Shuttle‑Hebel steuern.

    4. Synchro‑Shuttle‑Getriebe: Ein Synchro‑Shuttle‑Getriebe ähnelt einem mechanischen Schaltgetriebe, verfügt jedoch über einen separaten Hebel für Fahrtrichtung vorwärts/rückwärts, ohne dabei Geschwindigkeit zu verlieren. Diese Getriebeart eignet sich besonders für Frontladerarbeiten oder zum Ziehen von Anbaugeräten.

    5. Powershift‑Getriebe: Ein Powershift‑Getriebe erlaubt das Wählen von Gängen ohne Kupplung, was schnelle Gangwechsel und eine zügigere Beschleunigung des Traktors ermöglicht. Wie beim Synchro‑Shuttle verfügt auch ein Powershift über einen Shuttle‑Hebel für Vorwärts und Rückwärts.

  • Dritte Steuerkreis‑/Funktion‑Ventil

    Ein drittes Funktionsventil steuert den Fluidstrom in und aus Zylindern und Hydraulikmotoren, um Anbaugeräte wie Greifer, Erdbohrer oder Schneefräsen zu bewegen. Es wird als „dritte Funktion“ bezeichnet, weil es einen dritten Hydraulikzylinder steuert. Die ersten beiden Kreise sind für den Frontlader vorgesehen.

  • Dreipunktheckkupplung

    Die Kategorien der Dreipunktkupplung geben Auskunft über die Größe der Anbaugeräte, die Sie an Ihrem Traktor verwenden können. Mit steigender Kategorie‑Nummer werden die Anbaugeräte größer und schwerer.

    1. Kategorie 0: Kategorie‑0‑Kupplungen gelten als leicht und können Anbaugeräte mit bis zu 20” Breite tragen. Häufig verwendete Anbaugeräte für Kategorie 0 sind Fräsen, Pflüge, Grubber und Rückeschilder.

    2. Kategorie 1: Kategorie‑1‑Kupplungen sind der Standard für schnelle An‑ und Abkoppelungen bei Sub‑Compact‑ und Kompakttraktoren. Eine Untergruppe ist die „Limited Category 1“, die bedeutet, dass nicht alle für Kategorie 1 ausgelegten Anbaugeräte bis zur vollen Hubhöhe angehoben werden können.

    3. Kategorie 2: Kategorie‑2‑Kupplungen sind bei Traktoren mit höherer Leistung üblich, üblicherweise von 41 ps bis 125 ps. Der Durchmesser des Oberlenkerbolzens ist um 1 Inch größer, und die Hubarmbolzen sind um 1 1/8 Inch größer als bei Kategorie 1.

    4. Kategorie 3: Kategorie‑3‑Kupplungen haben größere Abmessungen als Kategorie 2, um die zusätzliche Festigkeit für schwere Anbaugeräte bereitzustellen. Diese Kategorie wird von Traktoren mit einer Leistung von etwa 80 bis 225 ps angetrieben.

    5. Kategorie 4: Die größte Kategorie, Kategorie 4, kann die meisten Aufgaben bewältigen, die moderne Traktoren übernehmen. Diese Kupplungen sind kompatibel mit Traktoren mit einer Leistung von etwa 180 bis 400 ps.

Dieses Glossar zu traktorbezogenen Begriffen ist nur ein Teil des technischen Wortschatzes, den Sie im Laufe der Arbeit mit Ihrem Traktor und gemeinsam mit Ihrem Händler aufbauen. Wenn Sie diese Begriffe kennen, verstehen Sie Traktoren besser und wissen, worauf Sie achten müssen.

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